Die weißen Haie von Guadeloupe

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von Milena

Genre: Dokumentarfilm

Erscheinungsjahr: 2011

Persönlichkeiten: Frédéric BuyleWilliam WinramPierre FrollaChristian Pétron, Dr. Mauricio Hoyos, Luke Tipple 

Handlung

Die Apnoetaucher Fréderic Buyle, William Winram und Pierre Frolla machen sich mit Gerätetaucher und Kameramann Christian Pétron und seiner Crew nach Guadeloupe auf, um dort Weiße Haie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und zu filmen.

 

Von San Diego aus benötigen sie einen Tag mit dem Schiff nach Guadeloupe. Die Insel wurde von Kolonisten mit Ziegen bevölkert, die die gesamte Vegetation zerstörten, weshalb sie heute kahl ist und unter Naturschutz steht. Ihre Strände werden von verschiedenen Arten von Robben bewohnt, die von den Weißen Haien gejagt werden, weshalb man bei Guadeloupe auf mehr Weiße Haie trifft als in Südafrika. Bei der Insel sollen sich bis zu 150 Weiße Haie aufhalten.


 

Die Apnoetaucher meinen, "nur wenn ein Mensch zum Fisch wird, kann er den Bewohnern des Meeres auf eine völlig andere Weise begegnen". Sie wollen den Weißen Haien ohne Käfig begegnen, um zu beweisen, dass diese keine brutalen Mörder sind.

Dennoch geht die Crew nicht leichtsinnig an die Aufgabe heran: die Kameraleute, die mit Rebreathern tauchen, nutzen einen Tauchkäfig, um sich aufs Filmen konzentrieren zu können und dabei vor den Haien sicher zu sein. Für die Apnoetaucher ist Luke Tippel, der sie als Gerätetaucher begleitet, die zusätzliche Sicherheit. Er beobachtet und zählt die Haie und kommuniziert mit den Apnoetaucher über Signale, um zu erfahren, ob sie die gleiche Anzahl erkannt haben, damit sie nicht von einem Hai überrascht werden.

 

Notfallsanitäterin Tiffany Poettcker steht für den Ernstfall, einen Haiangriff, bereit und erklärt, dass sie in so einem Fall entscheiden muss, ob sie zum Beispiel ein verletztes Bein noch retten kann oder es abbinden muss, um den Menschen zu retten, weil es mehrere Stunden dauert, bis sie mit dem Boot zurück zum Festland und einem Krankenhaus gelangen. Sie fügt hinzu: "Ich hoffe, dass ich nicht arbeiten muss."

 

Bei der ersten Begegnung reagieren die Haie eher zurückhaltend und lassen die Taucher nicht zu nah an sich heran.

Auch ein auf die Weißen Haie in Guadeloupe spezialisierter Meeresbiologe, Dr. Mauricio Oyos, ist Teil der Crew und erklärt wie das Tagging von Tieren funktioniert und welche Erkenntnisse es bringt: Er bringt an den Haien Sender an, an die lokale Empfänger in Reichweite benötigen. Diese werden an verschiedenen Stellen positioniert und nach einem Jahr wieder geborgen um die Daten auszuwerten, welche Tiere sich wann wo und in welchen Tiefen aufgehalten haben. Damit kann man aber nur einen bestimmten Bereich überwachen und so hat er herausgefunden, dass die Weißen Haie von Guadeloupe sich gar nicht das ganze Jahr in der Nähe der Insel aufhalten.

 

Andere Wissenschaftler nutzen auch Satellitenempfänger, mit denen man herausgefunden hat, dass die Weißen Haie bis nach Hawaii reisen. Dabei halten sie sich teilweise auf Tiefen von 300 bis 500 Metern auf.

 

Ein Sturm hindert das Team am Tauchen und als er sich gelegt hat, suchen sie bei den Robbenkolonien wieder nach den Haien. Die Seeelefanten können bis zu 600m tief tauchen um Fische und Tintenfische zu jagen, sind aber ihrerseits Opfer der Weißen Haie. Viele Tiere haben Narben in ihrem Fettpanzer, die davon zeugen, dass sie Haiangriffen entkommen konnten.

Plötzlich bekommt die Crew Besuch von der mexikanischen Marine, die die Papiere überprüft und ob sich die Taucher im Naturschutzreservat aufhalten dürfen und keine Gesetze verletzt haben, denn das Angeln von Haien ist bei Guadeloupe verboten, ebenso das Filmen ohne Erlaubnis.

 

Aber die Soldaten befinden alles in Ordnung und die Apnoetaucher bekommen die Gelegenheit, ein paar Weiße Haie für Dr. Mauricio Oyos zu taggen. Diese Aktion ist sehr riskant, da sie die Sender mit einem Wiederhaken per Harpune an den Rückflossen befestigen und dieser Angriff die Haie reizen könnte, ihrerseits die Taucher zu attackieren. Aber auch hier zeigen die Haie ein nicht aggressives Verhalten und flüchten, nachdem sie getaggt wurden, anstatt die Taucher anzugreifen.

Mit Hilfe der Sender möchte Dr. Mauricio Oyos herausfinden, ob sich das Jadgverhalten der Männchen von dem der Weibchen unterscheidet, weil seine Theorie ist, dass die schwangeren Weibchen einer höheren Nahrungsbedarf haben und deshalb sich häufiger bei den Robben aufhalten um diese zu jagen.

 

Er erklärt auch, wie wichtig Haie für das ökologische Gleichgewicht des Meeres sind: Im Golf von Kalifornien, in dem es kaum Haie gäbe, sei die Population der Robben zu groß, was die Anzahl gesunder Fische stark dezimiert hätte.

 

Das Team bespricht seine Mission: sie wollen mit ihrer Dokumentation den Ruf der Weißen Haie ändern und wünschen sich mehr Respekt für die Tiere.

 

Gerade mal 60 bis 70 Angriffe von Haien auf Menschen werden jährlich dokumentiert und davon enden nur ca. fünf tödlich - dennoch ist besonders der Weiße Hai als brutaler Mörder verrufen.

 

Die Taucher erklären, dass beim Filmen und Fotografieren von Weißen Haien häufig mit Ködern gearbeitet wird, um spektakulärere Bilder zu erzeugen. Deshalb sieht man den Weißen Hai häufig mit aufgerissenem Maul portraitiert. Bei ihrer Dokumentation hat die Crew aber festgestellt, dass die Haie, wenn sie nicht mit Ködern angefüttert werden, scheu sind und nicht angreifen. Wichtig sei es jedoch, Augenkontakt zu halten, damit der Hai weiß, dass er den Taucher nicht überraschen kann.

Meinung

Was mir an dieser Dokumentation sehr gut gefällt: sie zeigt, wie ein Team von Menschen die Begegnung mit den Tieren und die Dokumentation selbst möglich macht. Alle Beteiligten kommen zu Wort und können ihren Teil beitragen. Während manch andere Unterwasser-Dokumentation den einzelnen Taucher in den Vordergrund stellt und der Mensch, der die Kamera führt, unsichtbar bleibt und nicht erwähnt wird, zeigt dieser Film die Teamarbeit und erklärt Hintergründe.

 

Die Begegnungen mit den Weißen Haien sind spannend, aber nicht reißerisch inszeniert oder besprochen, sondern dokumentieren, dass diese Tiere zwar keine Kuscheltiere, aber auch keine blutdurstigen Mörder sind.

Wo gefunden?

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