Sharkwater

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von Milena

Genre: Dokumentarfilm

Erscheinungsjahr: 2007

Persönlichkeiten: Rob StewartPaul Watson

Handlung

Der Film "Sharkwater" klärt über Haie auf, indem er sie in ihrer natürlichen Umgebung zeigt und wie sie durch Menschen vom Aussterben bedroht werden. Er stellt die Aussagen von Menschen, die Vorurteile gegenüber Haien haben, den Aussagen von Biologen und Naturschützern entgegen und vertritt die These, dass die massive Überfischung von Haien nur möglich ist, weil die breite Öffentlichkeit Haie als Bedrohung und nicht als schützenswerte Lebewesen ansieht.

 

Dokumentarfilmer, Taucher und Biologe Rob Stewart erzählt von seiner Liebe zu Haien und wie er in nur wenigen Jahren beobachten konnte, dass die Haie in seinen Tauchgebieten stetig weniger wurden, was für ihn der Anlass war, die Überfischung zu erforschen und zu dokumentieren.

 


Er erklärt, dass in nur wenigen Jahrzehnten die weltweite Haipopulation um 90% zurückgegangen ist, was nicht nur für die Haie ein Problem ist, sondern auch für uns Menschen, da man nicht vorhersagen kann, was mit den Ökosystemen der Ozeane passiert, wenn man so eine große Anzahl an Räubern entnimmt. Letztendlich kann es sich auf den verfügbaren Sauerstoff auf der Erde auswirken, da 70% des Sauerstoffs durch Plankton im Meer produziert wird, was in höherem Maße konsumiert wird, wenn die Fische, die sich von Plankton ernähren, keine Fressfeinde mehr haben:

 

"Das Leben auf der Erde ist abhängig vom Leben im Meer."

 

Rob Stewart begleitet eine Zeit lang Paul Watson und die Crew des "Ocean Warrior", eines Schiffs der Naturschutzorganisation Sea Shepherd und hilft bei ihrer Kampagne gegen Wilderei zwischen den Galapagos Inseln und Costa Rica.

 

Der Film gibt auch einen Einblick in die Arbeit von Sea Shepherd: Sie berufen sich die jeweiligen Fischereigesetze des Landes, in dem sie operieren und werden von Regierungen eingeladen, um ihnen zu helfen, gegen Wilderei vorzugehen. Zu Beginn ihrer Operation ist das Fischen mit Langleinen bei den Galapagos Inseln verboten, weil es zu viel Beifang verursacht und als die Crew der "Ocean Warrior" auf sechzig Meilen Langleine stößt, schneiden sie sie durch und befreien die Tiere, die noch nicht gestorben sind. Dabei zählen sie 160 Haie, die an den Langleinen hängen und erstickt sind, weil sie Sauerstoff aufnehmen, indem sie Wasser beim Schwimmen durch ihre Kiemen filtern.

 

Die "Ocean Warrior" trifft auch auf ein Fischerboot, das Haie nur für ihre Flossen fängt, diese abschneidet und die verblutenden Tiere zurück ins Meer wirft. Diese Praxis - Finning - ist in diesen Gewässern nicht erlaubt, die Fischer sind verpflichtet, das gesamte Tier zu nutzen. Da Haifischflossensuppe in China aber eine prestigeträchtige Delikatesse ist, ist der Preis für die Flossen ungleich höher als für das restliche Haifischfleisch, was dazu führt, dass Fischer nur die Flossen transportieren, um ihren Gewinn zu maximieren.

Sea Shepherd verfolgt das wildernde Fischerboot und Rob Stewart filmt wie die Fischer die Ermahnungen ignorieren und mit ihrer Arbeit fortfahren. Das Ziel der Naturschutzorganisation ist es, die Fischer zu unterbrechen, zur Aufgabe zu zwingen und in den nächsten Hafen zu bringen, um sie dort zusammen mit den Beweisen für ihren Gesetzesverstoß den Behörden zu übergeben. Dazu nutzen sie Wasserwerfer und rammen das Fischerboot, bis die Besatzung einwilligt, sich in den Hafen schleppen zu lassen.

 

Auf dem Weg zum Festland begegnet die "Ocean Warrior" jedoch einem Kanonenboot, das zur Haifischmafia gehört und von den Fischern bestellt wurde, um sie zu befreien. Sie müssen die Fischer ziehen lassen und fahren alleine weiter nach Costa Rica.

Dort angekommen begreifen sie erst das Ausmaß und die Macht der Haifischmafia: diese hat offensichtlich die Behörden bestochen, sodass die Crew der "Ocean Warrior" trotz Videobeweisen des versuchten Mordes an den Fischern angeklagt wird und die Frage nach der Wilderei plötzlich keine Rolle mehr spielt. Zunächst hoffen die Angeklagten auf den Rechtsstaat, kooperieren und nehmen sich einen Anwalt, erkennen aber wie millionenschwer das Geschäft mit Haifischflossen in Costa Rica ist und flüchten mit der "Ocean Warrior" in internationale Gewässer, als sie die Nachricht erhalten, dass sie auf unbestimmte Zeit gefangen genommen werden würden.

Auf der Flucht werden sie von der Küstenwache gejagt, die mit Maschinengewehren bewaffnet ist und setzen alles daran, bloß nicht anzuhalten. Die Crew legt an Deck Stacheldraht aus, um die Küstenwache am Entern zu hindern und als sie endlich in internationalen Gewässern sind, steht allen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

 

Die "Ocean Warrior" setzt ihre Operation bei den Galapagos Inseln fort, bis sie dort von der Regierung wieder ausgeladen werden, weil sich diese dem Druck der örtlichen Fischerei gebeugt und das Fischen mit Langleinen wieder legalisiert hat. Sie müssen Rob Stewart zurücklassen, weil er mit einer Staphylokokken-Infektion im Krankenhaus liegt.

 

Nachdem er sich davon erholt hat, reist er heimlich nach Costa Rica, auch wenn er dort von den Behörden gesucht wird. Sein Ziel ist die Kokos-Insel. Überrascht trifft er in Costa Rica auf lokale Demonstrationen gegen Finning: Ihr Fall hat so viel Aufmerksamkeit erregt, dass die Öffentlichkeit sich für Naturschutz und gegen die Haifischmafia einsetzt. Rob Stewart hat Glück, dass die Polizei und die Mafia mit den Protesten beschäftigt sind und schafft es vom Festland auf die Kokos-Insel, wo er mit Haien freitaucht.

 

 

Der öffentliche Druck hat dazu geführt, dass die Langleinenfischerei auf den Galapagos-Inseln wieder verboten ist.

Meinung

Der traurige Anlass für mich endlich "Sharkwater" zu sehen, war Rob Stewarts Tod am 31. Januar diesen Jahres. Er starb beim Filmen für Sharkwater - Extinction in Florida. Nicht durch einen Hai oder einen Menschen, sondern durch einen Tauchunfall, der mir immer noch unglaublich vermeidbar vorkommt und den Film für mich noch trauriger gemacht hat, weil ich die ganze Zeit daran denken musste, dass dieser sympathische und engagierte Mensch noch leben könnte, wenn er etwas mehr Glück gehabt hätte.

Für mich als Taucherin ist dieser tragische Unfall eine Warnung, meine Tauchgänge konservativ zu planen und durchzuführen, insbesondere bei noch ungewohnten Tauchtechniken, und in Rettungssituation auch immer den Buddy des Opfers im Auge zu behalten.

 

Der Film selbst ist sehr gut gemacht: Auch wenn man sehr traurige und brutale Aufnahmen sieht, die das Töten von Haien zeigen, gelingt es Rob Stewart, die Dokumentation so zu gestalten, dass sie nicht reißerisch wirkt und man am Ende nicht verzweifelt, sondern ein besseres Verständnis von der Problematik hat.

Wo gefunden?

Auf Netflix. Hab ihn im Original geguckt, weil ich nicht dem Synchronsprecher von Rob Stewart zuhören wollte, sondern ihm selbst, um mehr von seiner Persönlichkeit zu erfahren. Sein Sprecher redet in den Szenen, in denen Rob direkt in die Kamera spricht, allerdings versetzt zur Originalspur, wie das in Dokumentarfilmen üblich ist, sodass man auch wenn man den Film lieber auf Deutsch guckt, etwas von seiner echten Stimme mitbekommt.

 

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